Fujifilm X100

Lange war ich auf der Suche nach einer kompakten Ergänzung zur großen DSLR. Mit der Fuji X100 habe ich nun eine wunderbare Kamera gefunden. Warum der Weg dorthin viele Umwege hatte und was an der X100 eigentlich so toll ist, darum geht es hier.

1. Erster Blick

Auf der Photokina 2010 wurde die Fujifilm Finepix X100 angekündigt und hat für viel Aufsehen gesorgt. Wieso hat es bis kurz vor der Photokina 2012 gedauert, bis ich mir eine X100 zugelegt habe? Zunächst sprach alles gegen diese Kamera. Inbesondere der anfangs schlechte AF und der Preis von tausend Euro. Als ich die X100 mal ausprobierte, war der Fokus eine Katastrophe und man musste immer zwischen Makro- und Normalmodus hin- und herschalten und für die richtige Belichtung den ND-Filter aus dem fummeligen Menü zuschalten. Da kam keine große Freude auf.

2. Zunächst was anderes

In der Zwischenzeit hatte ich mir eine Sony NEX gekauft und damit die Mirrorless-Frage für mich zunächst beantwortet. Es stellte sich heraus, dass es kein für mich passendes Objektiv gab. Ich wollte eine lichtstarke Festbrennweite, in flacher Bauweise und mit einem Blickwinkel von 35mm entsprechend Kleinbild. Leider gab es bei Sony nichts entsprechendes, so hatte sich das Thema Mirrorless für mich erstmal erledigt. Denn eine Kamera mit einem kleineren Sensor wollte ich nicht; MicroFourThirds (die OM-D ist ja nicht schlecht) oder gar Nikon1 kam nicht in Frage. Und mit D700 +  35/2.0 kann man ja auch schöne Bilder machen, auch wenn diese Kombi nicht in die Jackentasche passt.

3. Zweiter Blick

Irgendwann habe ich mir die Fuji X100 nochmal angeschaut. Die Kamera ist ja durchaus eine Schönheit. Das Retrodesign ist sehr gelungen, sie kommt wie eine Analoge daher und man erntet einiges Schmunzeln damit. Die Bedienelemente aus Metall sind eine Wohltat, der Blendenring und die Wahlräder an der Oberseite – was will man als Fotograf mehr? Damit lassen sich die wesentlichen fotografischen Werte besser einstellen als bei einer DSLR. Dazu die tolle Konstruktion mit dem Hybridsucher und auch an Feinheiten wurde gedacht, so hat das Gehäuse einen ganz leicht ausgeformten Handgriff und ist damit griffiger als eine flache Leica.

4. Technik, die begeistert

Der Sensor hat mit 12 Megapixel eine gute Auflösung, die Rawdateien bietet einige Reserven und sehen auch bei hohen ISO-Werten immer noch gut aus. Das Objektiv ist wunderbar klein, hat eine ordentliche Abbildungsleistung und dabei ein hervorragendes Bokeh. Zudem beträgt die Naheinstellgrenze nur 10cm. Der zuschaltbare 8x Graufilter bringt einiges an Flexibilität und der Zentralverschluss erlaubt Blitzsynchronisation bei superkurzen Belichtungszeiten.

5. Modellpflege

Inzwischen hatte Fuji neue Firmware-Versionen für die Kamera veröffentlicht, die AF (und MF) deutlich verbesserten sowie Menübedienung und Tastenbelegung optimierten. Der Preis war mit der Zeit auch gefallen und so konnte ich nicht mehr widerstehen und habe mir dieses Schätzchen gekauft. Damit hat eine tolle Immer-dabei-Kamera bei mir Einzug gehalten, die ihren Platz zwischen Smartphone und DSLR sicher hat.

6. Sich arrangieren

Natürlich sind einige Nachteile noch immer da. Zum Fokussieren im Nahbereich muss man auf den Makromodus umschalten und umgekehrt kann man diesen nur schlecht zum Fokussieren auf weiter entfernte Motive verwenden. Aber man gewöhnt sich dran und es ist direkt über eine Taste möglich. Apropos eine Taste, auf die Fn-Taste habe ich die ISO-Einstellung gelegt und mit der Raw-Taste schalte ich den Graufilter ein und aus ohne ins Menü gehen zu müssen.

7. Der beste Kompromiss

“The Beauty and the Beast” kann man auch zur X100 sagen. Das Design und die Ausführung der Bedienelemente (zumindest die an der Oberseite, von denen auf der Rückseite reden wir besser nicht) sind wirklich toll. Brennweite und Lichtstärke sind ideal, da brauche ich auch keine Wechselobjektive. Der Fokus nervt manchmal und das Menü kann einen manchmal in den Wahnsinn treiben, die Bildqualität und der leise Zentralverschluss rufen dann aber wieder Begeisterung hervor. Wie auch immer, ich mag diese Kamera einfach!

P.S. Weitere Infos

Hier ist die deutsche Herstellerseite zur Kamera, hier gibt es einen ausführlichen lesenswerten Artikel von Christian Ahrens. Auf englisch gibt es hier ein eher technisches Review und hier ein interessanten Erfahrungsbericht von Zack Arias.

26.08.2012

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