Nikon AF 85mm f/1.4 D

Dieses Objektiv ist ein ziemlicher Oldie, aber es ist eine tolle Linse. Einige nennen das Nikon 85/1.4D auch die “Cream Maschine”, weil es in der Lage ist ein tolles Bokeh in den Bildern zu erzeugen. Eine kurze Vorstellung:

Nikon hat das Objektiv von 1995 bis 2010 hergestellt. Es hat 77mm Filterdurchmesser, ist 74mm lang und wiegt 550g. Für ein solches Objektiv ist es also sehr kompakt. Die Naheinstellgrenze beträgt 85cm. Es ist sehr stabil konstruiert, sogar die Gegenlichtblende ist aus Metall – das findet man bei aktuellen Objektiven gar nicht mehr. Die Gegenlichtblende ist allerdings auch zum Einschrauben, was nicht ganz so praktisch ist. Ebenfalls etwas umständlich ist das Umschalten zwischen AF und MF. Es ist mit einem Ring gelöst, an dem man einen Knopf drücken muss. Wenn es schnell gehen muss, ist diese Lösung etwas umständlich.

Viel interessanter als die technischen Daten sind natürlich die Bilder, die man mit diesem Objektiv machen kann. 85mm sind an Kleinbild die typische Portraitbrennweite. Es ist ein leichtes Tele und die Brennweite stellt Proportionen eines Gesichts optimal dar. Würde man mit 35mm fotografieren, würde es dicke Nasen geben. Würde man mit 300mm fotografieren, würde das Gesicht etwas füllig aussehen.

Das Objektiv hat Lichtstärke f/1.4 und ermöglicht damit eine fantastische Freistellung. Es ist zwei Drittel Blenden lichtstärker als das 85/1.8, das kleine 85er. Bei Offenblende kann man bei Ganzkörperaufnahmen die Person vom Hintergrund lösen und einen tollen Look erzeugen. Bei näherer Motiventfernung wird die Schärfeebene dann sehr klein. Die Auflösung und Scharfzeichnung vom 85/1.4D ist hervorragend. Das Bokeh ist perfekt – es gibt nur sehr wenige Objektive, für die das gilt.

Photozone bescheinigt dem Objektiv ebenfalls ein very creamy and pleasing bokeh und bei Portraitaufnahmen amazing results that only an ultra large aperture lens can give. Das sind auch die beiden wichtigsten Punkte aus meiner Sicht, da stören mich die leichten Randunschärfen bei Offenblende auch nicht.

Alles in allem eine tolle Linse, die zeigt wie man mit einer alten Festbrennweite fantastische Bilder machen kann. Die mechanische Konstruktion mag etwas veraltet sein, andererseits bekommt man heute auch keine so robust verarbeiteten Objektive mehr (ich mag das alte pro-style crinkle finish von Nikon). Seit es mit dem 85/1.4G den Nachfolger gibt, kann man mit etwas Glück auch das ein oder andere günstige Exemplar vom 85/1.4D ergattern.

22.04.2012

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