GPS für Fotos: Standortinfo-Verknüpfung mit der Sony App für A6400, A7III, usw.

Es ist echt praktisch, wenn beim Fotografieren direkt die Standortdaten mit aufgezeichnet werden. Wenn ich mit dem Smartphone fotografiere, passiert das automatisch. Beim Fotografieren mit einer Systemkamera ist es aber gar nicht so einfach überhaupt die GPS-Koordinaten zu bekommen und dann auch noch mit dem Foto abzuspeichern. Wie schaffe ich es nun, dass die Fotos aus meiner Sony A6400 direkt über GPS-Infos verfügen? Das ist tatsächlich sehr komfortabel, wenn man die Sony Smartphone-App per Bluetooth verknüpft, und funktioniert überraschend gut!

Wofür ist Geotagging gut?

Nun, wenn ich die Familie zuhause fotografiere, oder wenn ich ein Foto vom Kölner Dom mache, dann weiß ich wohl, wo das Foto aufgenommen wurde. Aber sonst? Gerade bei Landschaftsbildern und Fotos auf Reisen finde ich es praktisch, nützlich und hilfreich, wenn man die Info hat, wo das Foto aufgenommen wurde. Sei es um die Reiseroute nachzuvollziehen, um Anderen Tipps zu geben, um es in Präsentationen abzubilden, oder auch um Fotos danach zu sortieren. In den Exif-Daten von Fotos stehen ja Informationen wie Blende und Belichtungszeit – dort sollen auch die GPS-Koordinaten gespeichert werden.

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Meine bisherigen Versuche

  • Weder die Canon 5D noch die 1DsIII hatten GPS. Auf Safari in Ostafrika hatte mein Kumpel aber einen kleinen Geotagger dabei, den er jeden Tag mitlaufen ließ. Die aufgezeichneten Tracks konnte man dann mit ein paar Softwaretricks den Fotos zuordnen. Es ist aber nicht einfach das richtig zuzuordnen, wenn die eine Kamera auf Sommerzeit 5 Minuten vorgeht, die andere auf Winterzeit 10 Minuten nachgeht und die dritte in einer ganz anderen Zeitzone läuft.
  • Für die Nikon D700 hatte ich dann ein GPS-Modul für den Blitzschuh. Diesen brauchte ich aber oft für den Blitz, also habe ich das kleine Modul dann seitlich mit Klebeband angebracht – ideal war das nicht.
  • Die Canon 6D hatte schließlich GPS eingebaut, das war klasse. Es konnten aber mal 2 Minuten vergehen, bis die Position nach einem Kaltstart gefunden war. In den Häuserschluchten von New York hatten viele meiner Fotos keinen Standort. Außerdem lief das GPS weiter, wenn man die Kamera ausgeschaltet hatte, und zog den Akku leer.
  • Mit der Sony A7RII hatte ich wiederum kein GPS, also nutzte ich mein iPhone um GPS-Tracks aufzuzeichnen. Die App zog dann aber denn Akku des iPhones leer und beim Synchronisieren des Tracks gab es wieder die oben genannten Schwierigkeiten.

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Und wie geht das jetzt mit der Sony A6400?

Das hat Sony gut versteckt! Ich habe es erst nach einem Jahr entdeckt. 🙂 Ich meine, das Hauptmenü der Kamera hat 35 Seiten und dann steht da auf der Seite “Netzwerk2” dieser Punkt “StO.infoVerknEinst”. Weisste Bescheid, ne? Dahinter verbirgt sich die Bluetooth-Funktion “Standort Informationen Verknüpfung Einstellungen”. Ah so. Tatsächlich werden hier GPS-Daten verknüpft zwischen einem Smartphone (mit der Sony Imaging Edge Mobile App) und der Kamera. Klingt furchtbar kompliziert, geht aber quasi wie von selbst, wenn man es einmal eingerichtet hat. Kurz gesagt, man aktiviert die Funktion, koppelt die Geräte und künftig werden vollautomatisch GPS-Infos direkt in den Exifdaten der Fotos aufgezeichnet.

Das ist ja einfach – und es funktioniert tatsächlich!

Das muss man einmal machen, damit es klappt:

  • Auf dem Smartphone die Sony Imaging Edge Mobile App installieren. Bluetooth aktivieren und der App die Berechtigung geben auf Standortinformationen zuzugreifen, auch wenn sie im Hintergrund läuft.
  • In der Kamera ins Netzwerk2 Menü gehen. Dann auf Bluetooth-Einstellung und die Bluetooth-Funktion einschalten.
  • Anschließend im Netzwerk2 Menü auf StO.infoVerknEinst und die Standortinfo-Verknüpfung einschalten.
  • In der App auf dem Smartphone auf Standortinfo-Verknüpfung gehen. Die Kamera koppeln. Die Kopplung auf der Kamera und auf dem Smartphone bestätigen.
  • Geschafft!

Warum diese Funktion so toll ist

Sobald die Kamera eingeschaltet ist, koppelt sie sich stromsparend per Bluetooth mit dem Smartphone und hat daher Standortinfos verfügbar; diese werden beim Fotografieren direkt in die Exifdaten geschrieben. Das ist wunderbar aus mehreren Gründen:

  • Wenn die Kamera aus ist, wird keine GPS-Position getrackt und kein Strom verbraucht.
  • Wenn ich die Kamera einschalte, ist wahnsinnig schnell eine GPS-Information verfügbar. Das Smartphone schafft das durch Funkzellen- und WLAN-Erfassung. Daher habe ich auch dann eine Position, wenn ich mich drinnen ohne GPS-Empfang befinde.
  • Die Bluetooth-Verbindung verbraucht dank Low-Energy-Protokoll sehr wenig Strom.
  • Wenn ich die Kamera einschalte, muss ich die Geräte nicht erneut koppeln, sondern die Verbindung wird sofort hergestellt. Kamera einschalten, Verbindung herstellen, Position ermitteln – das alles dauert nur 3 Sekunden.

Fazit

Ich bin begeistert! Endlich eine Lösung zum Geotagging ohne Stress und technische Schwierigkeiten. Noch dazu ohne ein zusätzliches Gerät und leere Akkus gibt es auch keine. Auf der nächsten Fototour werden meine Bilder automatisch Standortinfos erhalten. 🙂

Übrigens klappt das auch mit einigen anderen Sony Kameras. Christoph beschreibt wie es mit der Sony A7 III geht.

Noch ein Wort zum Datenschutz

Dass man die Standortinfos in der eigenen Fotosammlung hat, heisst nicht zwingend, dass man diese Infos weitergeben muss. Beim Export in Lightroom-Classic gibt es das Häkchen “Positionsinformationen entfernen”. Man kann aber auch nur einzelne Standorte schützen: Wenn man im Kartenmodul eine “gespeicherte Position” anlegt, einen Radius einstellt und das “Privat” Häkchen setzt, werden beim Exportieren diese privaten Positionen grundsätzlich aus den Metadaten entfernt!

17.05.2020

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One comment

  • Flo 08.10.2020   Reply →

    Das klappt ja eigentlich ziemlich gut auf diese Weise. Allerdings saugt es ganz schön am Akku der Kamera. Schade, dass man den Flugmodus nicht aktiviert lassen und trotzdem auch Bluetooth einschalten kann.

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