Objektive für die Sony A7 Serie

Was gibt es überhaupt an Objektiven für die Sony A7 Serie? Es ist gar nicht so einfach, da den Überblick zu behalten. Es gibt einige native Objektive, verschiedene Adapterlösungen, manche mit Autofokus, manche ohne. Ich will versuchen hier einen Überblick zu geben.

Sony selbst hat einen Kooperation mit Zeiss und bezeichnet die Objektive für die Sony A7 Serie als ‘FE’. Dabei handelt es sich um Objektive für das E-Bajonett, die für das volle Kleinbildformat gerechnet sind. Im Gegensatz zu den alten E-Objektiven, die nur für APS-C sind, steht FE also für ‘Full-E’ (und E steht für Eighteen, was das Auflagemaß in Millimeter ist). Es gibt zurzeit die folgenden Objektive:

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ZOOMOBJEKTIVE MIT AUTOFOKUS

Sony-Zeiss FE 16-35mm f/4 Vario-Tessar T* ZA OSS
Gutes Ultraweitwinkelzoom mit f/4, 72mm Filterdurchmesser, 518 Gramm, 1200 Euro.

Sony-Zeiss FE 24-70mm f/4 Vario-Tessar T* ZA OSS
Mittelmäßiges Standardzoom mit f/4, 67mm Filterdurchmesser, 426 Gramm, 1000 Euro.

Sony FE 70-200 f/4 G OSS
Das dritte Zoom der f/4-Reihe. 72mm Filter, 840 Gramm, 1250 Euro.

Sony FE 24-240mm f/3.5-6.3 OSS
Superzoom mit 10fachen Brennweitenbereich. 72mm Filter, 780 Gramm, 950 Euro.

Sony FE 28-70mm f/3.5-5.6 OSS
Kitzoom mit eher bescheidenen optischen Leistungen. 55mm Filter, 295 Gramm, 450 Euro.

Sony FE 28-135mm f/4 G PZ OSS
Dies ist ein Videoobjektiv und aufgrund seiner enormen Abmessungen meiner Meinung nach als Fotoobjektiv nicht geeignet. 95mm Filter, 1120 Gramm, 2000 Euro.

FESTBRENNWEITEN MIT AUTOFOKUS

Sony FE 28mm f/2
Kleine Festbrennweite mit überraschend guten optischen Leistungen. Keine Ahnung warum es keine G- oder Zeiss-Plakette hat. 49mm Filter, 200 Gramm, 450 Euro. (Es gibt für dieses Objektiv noch einen Ultraweitwinkel- und einen Fisheye-Adapter zum Aufschrauben. Ich halte das für keine gute Lösung, sowohl was Abbildungsqualität als auch Abmessungen angeht.)

Sony-Zeiss FE 35mm f/1.4 Distagon T* ZA
35mm Festbrennweite mit hoher Lichtstärke. Groß, schwer und teuer aber sehr gut. 72mm Filter, 630 Gramm, 1550 Euro.

Sony-Zeiss FE 35mm f/2.8 Sonnar T* ZA
35mm Festbrennweite mit geringer Lichtstärke. Geht aufgrund seiner Größe gerade noch als Pancake durch. 49mm Filter, 120 Gramm, 680 Euro.

Sony-Zeiss FE 55mm f/1.8 Sonnar T* ZA
Wahnsinnig gutes Standardobjektiv, dazu noch ziemlich kompakt. Mein All-Time-Favorite. 49mm Filter, 281 Gramm, 850 Euro.

Sony FE 90mm f/2.8 Macro G OSS
Extrem gutes Makroobjektiv. 62mm Filter, 602 Gramm, 1100 Euro.

Zeiss Batis 25mm f/2
Hochwertige Festbrennweite mit kleinem Display. 67mm Filter, 335 Gramm, 1300 Euro.

Zeiss Batis 85mm f/1.8
Hochwertige Festbrennweite mit kleinem Display. 67mm Filter, 475 Gramm, 1200 Euro.

FESTBRENNWEITEN OHNE AUTOFOKUS

Zeiss Loxia 21mm f/2.8
Zeiss Loxia 35mm f/2
Zeiss Loxia 50mm f/2
Zeiss hat verschiedene Objektivserien im Programm und bei der Loxia Serie handelt es sich um FE-Objektive ohne Autofokus. Das Loxia 50mm kann aber nicht ganz mit dem Sonnar 55mm mithalten. Das Loxia 35mm liegt bei 1150 Euro, das Loxia 50mm gibt es für ungefähr 850 Euro. Das Loxia 21mm wurde vor einer Woche neu angekündigt und soll einen Listenpreis von 1500 Euro haben. Alle drei Loxia Objektive sind ziemlich kompakt und haben ein 52mm Filtergewinde.

Mitakon 50mm f/0.95
Mitakon 85mm f/1.2
Wow, ein 50mm f/0.95, das ist eine ganze Blende mehr Lichtstärke als beim Canon 50/1.2L. Sowas gibt es sonst nur von Leica und kostet dann 10.000 Euro. Mitakon bietet es für 900 Euro an, was geradezu ein Schnäppchen ist. Optisch kann es mit dem Leica Noctilux mithalten, aber man muss bei so einer extremen Lichtstärke Kompromisse bei der Abbildungsqualität machen. Es ist ziemlich empfindlich auf Flares, auch in der neuen Auflage, die Dark Knight genannt wird. Nach dem Erfolg mit dem 50mm Objektiv bietet Mitakon nun auch ein lichtstarkes 85mm an. (Gestern sind noch Gerüchte aufgetaucht, dass auch ein Mitakon 135mm f/1.4 geplant ist.)

Samyang 12mm f/2.8 ED AS NCS Fisheye
Samyang bietet ein Fisheye Objektiv an, das für Kleinbild gerechnet ist und direkt mit E-Bajonett kommt. Es ist im optischen Aufbau ähnlich den anderen Samyang Fisheyes und zeichnet sich gegenüber Fisheye Objektiven anderer Hersteller durch eine etwas weitere Abbildung mit weniger ausgeprägten Verzerrungen aus.

Samyang 14mm f/2.8 ED AS IF UMC
Samyang 24mm f/1.4 ED AS UMC
Samyang 35mm f/1.4 AS UMC
Samyang 50mm f/1.4 AS IF UMC
Samyang 85mm f/1.4 AS IF UMC
Samyang 100mm f/2.8 Macro
Samyang 135mm f/2 ED UMC
Samyang hat ein sehr breites Angebot an Festbrennweiten für FE im Angebot, wie man an der Liste sieht. Die Objektive haben alle relativ gute optische Eigenschaften und sind verhältnismäßig günstig. Sie haben halt nur keinen elektronischen Anschluss; es handelt sich um manuelle Objektive. Alle Samyang Objektive werden auch unter den Marken Walimex und Rokinon vermarktet.

Voigtländer 10mm f/5.6 Hyper-Wide-Heliar
Voigtländer 12mm f/5.6 Ultra-Wide-Heliar
Voigtländer 15mm f/4.5 Super-Wide-Heliar

Bisher ist Voigtländer eigentlich für seine M-Mount Objektive bekannt, aber vor einer Woche haben sie angekündigt nun auch Objektive direkt für E-Mount herzustellen. Anfang nächsten Jahres soll es losgehen, erstmal mit drei Ultraweitwinkelbrennweiten. Dabei gab es das 12mm und 15mm schon zuvor als VM-Version, während das extreme 10mm eine Neuentwicklung ist. Preise sind noch nicht bekannt.

Venus Laowa 15mm f/4 Macro
Lensbaby Velvet 56mm f/1.6
Meyer Görlitz Trioplan 100mm f/2.8
Hier handelt es sich um drei Exoten. Das Venus ist ein Ultraweitwinkel-Makro, was schon recht ungewöhnlich ist. Das Lensbaby ist ein Soft-Fokus-Objektiv mit Makro-Eigenschaften. Das Meyer-Görlitz 100mm zeichnet sich durch ein ungewöhnliches Bokeh aus, bei dem die Außenkanten der Zerstreuungskreise sehr ausgeprägt sind. Ich persönlich finde diese Abbildung schrecklich, aber andere finden das anscheinend toll.

OBJEKTIVE FÜR APS-C

Das waren jetzt alles Objektive für das volle Kleinbildformat. Man kann natürlich auch Objektive verwenden, die für das APS-C-Format gedacht sind. An der Sony A7RII hat man dann mit dem reduzierten Bildkreis immer noch 18 Megapixel zur Verfügung, was für einige Anwendungen ausreichen sollte. Der ein oder andere benutzt so z.B. das Ultraweitwinkel Sony E 10-18mm f/4 oder das lichtstarke Samyang 12mm f/2, was für Astroaufnahmen beliebt ist. Es lassen sich alle Objektive für das E-Bajonett verwenden. In den Optionen der Kamera kann man einstellen, ob dann das volle Bild mit schwarzen Rändern oder nur das Bild im APS-C-Format aufgezeichnet wird. Diese Option kann interessant sein, weil manche Objektive auch einen etwas größeren Bildwinkel als APS-C abbilden.

ADAPTIERTE OBJEKTIVE MIT AUTOFOKUS

Mit dem Sony LA-EA3-Adapter kann man die verschiedenen Sony-Zeiss Objektive vom A-Bajonett verwenden und zwar mit dem Phasen-Autofokus der Kamera. Das 24-70/2.8 wurde ja kürzlich noch neu aufgelegt und auch das aktuelle 70-400 kann interessant sein. Man kann also die verschiedenen Alpha-Objektive nutzen. Die Autofokus-Performance soll ziemlich gut sein, ich habe selbst damit keine Erfahrungen. Zusatzfunktionen wie der Augen-AF stehen mit Adapter nicht zur Verfügung.

Auch Canon EF-Objektive lassen sich per Adapter anschließen und mit dem Autofokus der Kamera nutzen. Das geht mit den Adaptern von Metabones, Fotodiox und Viltrox. Grundsätzlich scheint es besser zu funktionieren mit neueren Canon-Objektiven. So funktioniert der Autofokus mit einem Canon 24-70L Mk II angeblich sehr gut, mit einem Canon 85/1.8 USM eher schlecht. Ich habe selbst keine Erfahrungen damit.

Für Nikon ist ein Adapter, der Autofokus unterstützt, in der Entwicklung. Es soll sich um Commlite oder eine andere chinesische Marke handeln. Außerdem gibt es von Techart einen Adapter um Contax-Objektive an die A7RII anzuschließen – auch hier mit Unterstützung des Phasen-AF in der Kamera.

ADAPTIERTE OBJEKTIVE OHNE AUTOFOKUS

Wenn man bereit ist Objektive per Adapter anzuschließen und manuell zu fokussieren, dann hat man wirklich eine riesige Auswahl! An die Sony A7 Kameras lassen sich aufgrund des kleinen Auflagemaßes des E-Bajonetts praktisch so ziemlich alle jemals verwendete Foto-Objektive digital nutzen. Im Falle der Sony A7RII dann sogar noch stabilisiert 🙂

Besonders beliebt ist das M-Bajonett von Leica sowie M42- und M39-Objektive. Allein hier gibt es eine riesige Auswahl. Leica selbst hat einige tolle Linsen im Programm wie das 50/1.4, aber sie sind recht hochpreisig und ich halte sie für etwas überbewertet. Interessant finde ich von Voigtländer einige VM-Objektive wie das 35/1.2. Auch seltene Objektive wie das Voigtländer Apo-Lanthar 125/2.5 oder die Minolta Rokkor Serie und Olympus Zuiko Linsen lassen sich verwenden, ebenso wie alte Praktika Objektive aus der DDR und verschiedene russische Baureihen. Man könnte diese Liste lange fortsetzen, es gibt für so ziemlich alles passende Adapter.

MEINE WAHL

Es gibt also eine kleine Auswahl an elektronischen Objektiven mit Autofokus, die aber langsam größer wird. Und es gibt eine riesige Auswahl an manuellen Objektiven ohne Autofokus. Bei den ganzen Adaptern gibt es inzwischen sogar einige, die den AF der Kamera unterstützen, insbesondere für Sony A- und Canon EF-Bajonett.

Da ich kein besonders großer Freund von Adaptern und manuellen Fokussieren bin, sieht mein Start mit der Sony A7RII so aus, dass ich mir vier native Linsen zugelegt habe. Es handelt es sich um die beiden Zooms Sony-Zeiss FE 16-35mm und Sony FE 24-240mm sowie um die beiden Festbrennweiten Sony FE 28mm und Sony-Zeiss FE 55mm. Außerdem ist noch ein Voigtländer 12mm f/5.6 dazugekommen, was ich mit einem M39-Adapter benutze. Ich werde auf die von mir genutzten Objektive in den nächsten Wochen näher eingehen. Ich hoffe, dass ich mit diesem Artikel erstmal eine Übersicht zum Objektivangebot für die Sony A7-Kameras geben konnte. Zumindest zum derzeitigen Stand, denn Sony hat angekündigt im Frühjahr 2016 acht weitere FE-Objektive auf den Markt zu bringen.

18.10.2015

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