Rückblick Horizonte Zingst 2019

Mittlerweile zum 12. Mal findet das meiner Meinung nach schönste Fotofestival Deutschlands statt, das Umweltfotofestival Horizonte Zingst. Ich war zum 4. Mal dabei und es war mal wieder eine sehr schöne Woche dort oben im Nordosten der Republik.

Horizonte Zingst ist mit den Jahren wirklich eine tolles und auch großes Festival geworden. Grob gesagt: 100 Profi-Fotografen, 42.000 Besucher, 20 Fotoausstellungen, 120 Workshops… und ein wunderbarer Ferienort auf einer Halbinsel direkt an der Ostsee. Selbst ohne das Fotofestival wäre es eine schöne Woche Ostsee-Urlaub. Mit dem Festival ist es ein Highlight, das sich recht vielfältig darstellt.

Als Umweltfotofestival geht es schwerpunktmäßig schon seit 12 Jahren um Umweltschutz, Schutz der Meere, Klimawandel… aber nie waren diese Themen relevanter als im diesen Jahr. (Übrigens, die World Photography Awards führen die Kategorie Umwelt erst jetzt ein.) Die National Geographic Fotoausstellung am Strand von Zingst hatte als Thema Plastikmüll im Meer “Vorsicht Plastik – Die Vermüllung der Weltmeere”. In eindrücklichen, teils schockierenden Bildern wurden die Auswirkungen davon gezeigt. Bei der Leica Galerie am Alten Bahnhof hingegen gingen es um das Artensterben. Gezeigt wurde die Bilderserie “Last Paradise” von Ekaterina Sevrouk mit ausgestopften Tieren und Blumenbouquets. Was ich auch immer schön finde ist die Aktion “Bild des Tages” im Ortskern, wo jeder Besucher ein Foto einreichen kann. Abends bei der Bildershow am Strand wird dann ein Gewinner gewählt, der als Preis eine Kamera erhält.

Die größte Fotoausstellung gab es im Hotel Vier Jahreszeiten zu sehen. Dieses Jahr ging es schwerpunktmäßig um die Schweiz, sodass viele schweizerische Fotografen gezeigt wurden. Die spannende Bilderserie “Räume der Macht” von Luca Zanier hatte ich ja auch schon letztes Jahr bei der Photoszene Köln gesehen. Außerdem wurden Bilder des Fotografen Beat Presser gezeigt wie dieses Portrait von Klaus Kinski.

Auf einem Vortrag erzählte Johnny Miller wie er zu seiner Drohnen-Fotoserie “Unequal Scenes” gekommen ist. Er begann damit in Südafrika, wo er mit den Luftaufnahmen die Unterschiede zwischen arm und reich, die direkt nebeneinander wohnten, aufzeigen wollte (siehe Bild vom Vortrag). Später wurde dann eine weltweite Serie draus. Seine Bilder wurde am Postplatz ausgestellt, das gezeigte Bild zeigt eine Szene aus Mumbai. Interessant bei seinem Vortrag fand ich auch, dass er sich seinem Heimatland, den USA gewidmet hat. Dort gibt es in einigen Stadtvierteln (L.A., Detroit, usw.) geduldete bzw. ignorierte Obdachlosenbehausungen, die auch einen Slum-ähnlichen Charakter haben. Sowas sollte man ja eigentlich in einem westlichen Land nicht direkt erwarten.

Wenn man durch den Urlaubsort Zingst läuft, dann begegnen einem überall Fotos. Zwischen dem Postplatz und dem Max-Hünten-Haus gab es die großformatige Ausstellung “Schutzbedürftig – Orang Utans die letzten ihrer Art” zu sehen. Gerade die Bilder der Brandrodung und großflächigen Vernichtung des Regenwalds fand ich sehr eindrücklich (und traurig). Ansonsten waren noch überall im Ort einige Garagen von Hausbesitzern zur Verfügung gestellt worden um weitere Fotos zu zeigen, wie hier gezeigt mit Unterwasseraufnahmen.

Außerdem habe ich eine Multivisionshow in der Multimediahalle besucht. Vor dem Vortrag habe ich noch die tolle Wildlife-Fotos in der dort gezeigten Ausstellung betrachtet. Dann ging es los mit dem Vortrag “Die Schätze von Kenia”. Zwar hat Hardy Fiebig seine Story toll erzählt, aber ich muss sagen, dass ich fotografisch doch eher enttäuscht war. Von der Qualität der Bilder hätte ich mir mehr erwartet.

Natürlich habe ich dann noch dem Max-Hünten-Haus, sozusagen dem Festivalzentrum, einen Besuch abgestattet. Dort gab es bizarre Bilder eines japanischen Fotografen “Mikkai Seimei – Geheimnisvolle Welt, magische Natur” zu sehen. Mit einem Makroobjektiv und irgendwelchen Pilzsporen hat er unbekannte Welten entdeckt. In der Digigraphie Galerie wurde dann noch die Fotoausstellung “Das sterbende Tote Meer” von Miritz Küstner gezeigt.

Ab Donnerstag (Christi Himmelfahrt) wurde es dann noch etwas voller im Ort und der Fotomarkt begann. Das ist sozusagen eine Mini-Photokina im Ortszentrum. Alle namhaften Hersteller waren vertreten und präsentierten ihre Produkte, zum anfassen und zum ausprobieren. Die Greifvogel-Flugshow aus Hellenthal war natürlich auch mal wieder dabei.

Am anderen Ende des Ortes gab es auf einer Wiese noch eine Fotoausstellung zu sehen: “Hommage to Humanity” von Jimmy Nelson. Ich habe vor einiger Zeit ja schon eine Ausstellung von Jimmy Nelson in Salzburg besucht. Hier in Zingst wurden die Bilder noch großformatiger gezeigt, was die Bildwirkung noch unterstützt hat. Vielleicht kaufe ich mir doch noch große Buch dazu, ich finde die Bilder toll.

Ansonsten war natürlich Strandurlaub angesagt und wir hatten auch Glück mit dem Wetter. Bleibt festzuhalten, Zingst ist einfach toll und immer eine Reise wert – ganz besonders zur Eröffnungswoche des Horizonte Festivals. Die abendlichen Bilderschauen auf der Leinwand am Strand sind immer ein Genuss.

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20.06.2019

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