Fotografieren mit dem iPhone: Technik und Tipps

Die beste Kamera ist die, die man dabei hat. Klar, dass immer mehr mit dem Handy fotografiert wird. Viele verzichten sogar ganz auf eine Kamera und nutzen nur das Smartphone. Ich werfe einen Blick auf die erstaunliche Fototechnik im iPhone und gebe einige Tipps für bessere Bilder.

Eine kurze Geschichte der Kameras beim iPhone

Das Original iPhone und der Nachfolger iPhone 3G hatten nur eine Kamera mit 2 Megapixel! Kann sich das heute noch wer vorstellen? Beim iPhone 3GS wurde die Auflösung dann erhöht auf immerhin 3 Megapixel 🙂

Mein erstes iPhone, das iPhone 4, hatte eine Kamera mit 5 Megapixel, das war auch noch nicht wahnsinnig viel. Beim iPhone 4S wurde die Kameraauflösung dann auf 8 Megapixel erhöht.

Auch die Modelle iPhone 5, 5S und 5C verfügten über eine 8 Megapixel Kamera. Mit der Einführung von iPhone 6 und 6 Plus wurden diese Daten übernommen, aber das Objektiv bekam eine höhere Lichtstärke mit f/2.2.

iPhone 6S und 6S Plus sowie das iPhone SE der 1. Generation waren dann die ersten iPhones mit 12 Megapixel Auflösung. Mit der Einführung des iPhone 7 gab es eine lichtstärkeres Objektiv mit f/1.8 und erstmals auch eine optische Bildstabilisierung. Das iPhone 8 hatte die gleiche Kameraausstattung.

Beim iPhone 7 Plus gab es zusätzlich zum Weitwinkelobjektiv noch ein Teleobjektiv mit f/2.8. Das Weitwinkel entspricht 28mm, das Tele entspricht 56mm, daher bezeichnet es Apple auch als 2x. Es war nur das Weitwinkel aber nicht das Tele stabilisiert. Durch das Tele als zweites Objektiv wurde auch erstmals der Porträtmodus möglich, der den Hintergrund unscharf zeichnet. Das iPhone 8 Plus hatte die gleiche Kameraausstattung.

Das iPhone X kam dann mit dem gleichen Weitwinkelobjektiv und einem verbesserten Teleobjektiv. Das Tele hatte nun f/2.4 und kam nun auch mit optischer Bildstabilisierung. Hingegen mussten das iPhone XR und das iPhone SE der 2. Generation nur mit dem Weitwinkel als einziges Objektiv, also ohne Tele, auskommen. Dafür bekamen sie zusätzliche Softwarefunktionen wie SmartHDR und Porträtlicht.

Für iPhone XS und XS Max gab es die gleiche Kameraausstattung wie beim iPhone X – also 12 Megapixel, Weitwinkel f/1.8 und Tele f/2.4, beide mit optischer Bildstabilisierung – zusätzlich gab es in der Software einen Porträtmodus mit Tiefen-Kontrolle.

Mit dem iPhone 11 kam dann ein zusätzliches Objektiv dazu: ein Ultrawinkel mit Lichtstärke f/2.4, mit einem Bildwinkel entsprechend 14mm, daher bezeichnet es Apple auch als 0,5x Objektiv. Dafür wurde aber das Tele weggelassen – das iPhone 11 kam also mit Ultraweitwinkel und Weitwinkel aber ohne Tele. Nur beim iPhone 11 Pro und 11 Pro Max gab es alle drei Objektive, also mit Tele. Softwareseitig wurden ein Nachtmodus und SmartHDR der nächsten Generation hinzugefügt.

Wie geht es weiter?

In Kürze kommt wohl das iPhone 12 – was wird es kameraseitig mitbringen? Ich würde mir eine etwas höhere Auflösung als 12 Megapixel wünschen, etwas im Bereich 16-20 Megapixel. Noch mehr Auflösung sollte es aber besser nicht sein, auch wenn es Android-Smartphones gibt, die Kameramodule im Bereich 40-64 Megapixel haben – das bringt keinen Zugewinn an Bildqualität. Außerdem sollten die drei Objektive gesetzt sein mit Ultraweitwinkel (14mm/0,5x), Weitwinkel (28mm/1x) und Tele (56mm/2x). Ich hoffe das Ultrawinkel bekommt dann auch eine optische Bildstabilisierung. Ansonsten würde ich mir noch ein etwas längeres Tele wünschen – käme als viertes Objektiv ein Tele mit 112mm/4x dazu, das wäre sensationell und für mich ein Kaufgrund.

Bokehmodus

Bokeh, also eine unscharfen Hintergrund, bekommt man eigentlich nur mit größeren Systemkameras. Um das bei einem Handyfoto hinzubekommen, muss es künstlich erzeugt werden. Die Schwierigkeit dabei ist, zu erkennen was sich im Vordergrund und was im Hintergrund befindet. Mein iPhone 7 Plus macht das mit seiner Doppelkamera; die beiden Linsen sind ja wenige Zentimeter auseinander – dadurch kann das iPhone quasi 3D sehen, wenn es den Versatz zwischen den beiden Bildern berechnet. Dazu kommt in der Software eine Motiverkennung z.B. für Gesichter. Man versucht diese Technik weiter zu verbessern, etwas mit einem Lidar-Sensor. Übrigens, wenn du ein Foto mit dem iPhone im Portraitmodus aufgenommen hast, enthält es die 3D-Infos, und du kannst z.B. in Lightroom einen Verlaufsfilter auf Vordergrund/Hintergrund anwenden.

Nachtmodus

Der Bildsensor vom iPhone ist sehr klein, also bleibt wenig Platz für die einzelnen Pixel. Im Ergebnis rauschen die Fotos stärker, wenn es dunkler ist. Die dunklen Bildbereiche sehen dann sehr körnig aus. Auch hier wendet Apple einen Softwaretrick an: es werden in Sekundenbruchteilen mehrere Bilder hintereinander aufgenommen und miteinander verrechnet. Durch statistische Verfahren kann man dabei das Rauschen heraus rechnen. Dabei macht das iPhone auch ein Foto mit einer etwas längere Belichtungszeit; dabei kommt mehr Licht auf den Sensor und es rauscht weniger, ist dann aber verwackelt. Nun setzt die Software die Flächen von der längeren Belichtung mit den Konturen der kürzeren Belichtung zusammen. Im Endeffekt bekommt man das gar nicht mit, aber es laufen aufwendige Berechnungen ab und im Ergebnis erhält man ein Foto, was weniger körnig aussieht.

Smartphone Fotografie Ratgeber

So ein Smartphone ist also nicht nur die Immer-dabei-Kamera sondern hat auch eine sehr ausgefeilte Bilderverarbeitungssoftware. Aber was kannst du tun um damit noch bessere Fotos aufzunehmen? Sara von Testit hat dazu einen kleinen praktischen Ratgeber zusammengestellt. Das nützliche eBook ist kostenlos hier erhältlich.

13.09.2020

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